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„Es soll weitergehen“. 1. Netzwerktreffen antidiskriminierender Fußballfans in Österreich

Am Samstag ging das Gastspiel von Tatort Stadion in Wien mit einem Netzwerktreffen zu Ende: Eingeladen waren Fans, die sich zukünftig für einen diskriminierungsfreieren Fußball in österreichischen Stadien einsetzen wollen. Gekommen war eine zwar kleine, aber interessierte Runde von Fans aus fünf österreichischen Vereinen, ergänzt von Gästen aus Deutschland. Schnell wurde Einigkeit darüber erzielt, dass es nach dem Erfolg der Ausstellung, den geknüpften Kontakten und den angestoßenen Diskussionen weitergehen soll.

Nach Inputreferaten zu den Themen Rassismus, Sexismus und Homophobie ging es schnell in die Diskussion sowohl über die Inhalte als auch über mögliche Organisationsformen und Aktivitäten. Geplant ist zunächst, eine informelle „Plattform“ für Fans zu bilden, die sich gegen Diskriminierung engagieren wollen, ganz unabhängig von Vereinszugehörigkeiten. Eine spätere formelle Organisation ist aber durchaus angestrebt.

Im Laufe des Novembers wird ein zweites Treffen stattfinden, bei dem weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen sind. Eine erste konkrete Aktion ist ebenfalls bereits in Planung.

Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Fanarbeit am Beispiel der Fanszene des SV Werder Bremen

Am gestrigen Mittwoch fanden sich im Zuge der außerplanmäßigen Veranstaltung „Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Fanarbeit am Beispiel der Fanszene des SV Werder Bremen“ etwa 25 TeilnehmerInnen ein. Angesichts aktueller Vorfälle in Aachen und Braunschweig, die nur als Beispiel eines tendenziellen Wiedererstarken rechtsextremer und neonazistischer Hooligans gesehen werden können, war uns als AG Tatort Stadion sehr daran gelegen, auch diesem Themenbereich noch eine eigene Veranstaltung zu widmen.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde von einer Person aus der Bremer Fanszene ein historischer Abriss über die Geschichte des Fanblocks und der darin aktiven Subkulturen und Gruppen geschildert. Anhand mehrerer Ereignisse erläuterte der Vortragende dabei die Probleme und Auseinandersetzungen, die zwischen antifaschistischen Bremer Fans und Ultras einerseits und einer aktiven Nazihooligangruppe andererseits ausgefochten wurden.
Im Anschluss an den Vortrag kam es zu einer regen Diskussion zwischen dem Vortragenden und dem Publikum über Ansätze und Methoden antifaschistischer Fanarbeit. Auch die Situation bei diversen österreichischen Vereinen wurde dabei diskutiert und über eventuelle Aktionsformen für die betroffenen Fans gesprochen. Insgesamt kann festgehalten werden, dass das Beispiel der Bremer Fanszene solche Lösungsansätze zwar klar aufzeigt, diese jedoch keinesfalls als Allheilmittel gelten können, was auch dadurch verdeutlicht wird, dass selbst in Bremen momentan wieder verstärkt Probleme mit Rechten auftreten.

Diskussionsveranstaltung „Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Fanarbeit – am Beispiel der Fanszene des SV Werder Bremen“

Für den kommenden Mittwoch, den 9.10. um 19Uhr haben wir eine weitere Veranstaltung im Angebot. Diesmal diskutieren wir mit einem Vertreter der Bremer Fanszene über die Präsenz von Rechten in Stadien und die Möglichkeiten wie Grenzen von Fanarbeit gegen diese.

Zur Veranstaltung:
Fußball-Fans sind in unterschiedlichen Szenen mit Rechten und Nazis in verschiedenen Konstellationen konfrontiert. Dabei reicht die Bandbreite rechter Aktivitäten im Stadion von reiner Präsenz, welche auf verschiedene Personen und Gruppen einschüchternd wirkt, über Agitationsversuche innerhalb der Szene bis hin zu Bedrohungen und Angriffe auf Menschen, die nicht dem Weltbild der Rechten entsprechen.
Nach der Hochzeit der oftmals rechts geprägten Hooligan-Szenen in den 80er und 90er Jahren kam es zunächst zu einem schrittweise Zurückdrängen dieser rechten Subkultur. Doch zum einen sind Stadien auch in den vergangenen Jahren noch immer kein Raum geworden, in dem es keine Präsenz von Rechten gibt. Zum anderen ist es im Besonderen in Deutschland in den vergangenen Jahren zum Wiederaufleben rechter Hooligan-Strukturen gekommen, was in einigen Fällen dazu geführt hat, dass antirassistische und antifaschistische Personen und Gruppen, wie bespielsweise in Aachen und Braunschweig, aus den Stadien gedrängt wurden.
Mit einem Vertreter der Bremer Fanszene werden wir am Beispiel der Entwicklung dieser Szene zum einen das Handeln von Rechten und Nazis und zum anderen den Handlungsspielraum von aktiven Fanszenen, die sich gegen solche Entwicklungen stellen, aufzeigen.

Die AG Tatort Stadion Wien freut sich auf euren Besuch!

Filmvorführung „Offside – Frauenfußball im Iran“

Morgen gibt es die Filmvorführung „Offside – Frauenfußball im Iran“ im Veranstaltungszentrum mo.ë um 19 Uhr.

Über den Film:
Eine Frau will sich im Teheraner Azadi-Stadion das WM-Qualifikationsspiel Iran gegen Bahrain anschauen, darf aber nicht, da der Besuch nur Männern gestattet ist. Verkleidet versucht sie es trotzdem. Gewinner des Silbernen Bären bei der Berlinale 2007.

Die AG Tatort Stadion Wien freut sich auf euren Besuch!

Netzwerktreffen – Anmeldefrist verlängert!

Die Anmeldefrist für das erste Netzwerktreffen antidiskriminierender Fußballfans in Österreich wurde auf Sonntag, 6. Oktober verlängert. Es gibt noch freie Plätze. Verbindliche Anmeldungen unter agtatortstadion.wien@gmx.at!

1. Netzwerktreffen antidiskriminierender Fußballfans in Österreich mit Workshops zum Umgang mit Homophobie, Sexismus, Rassismus & Faschismus
Veranstaltungszentrum mo.ë
12.10.2013, 11 Uhr

Moderation: Nicole Selmer (F_in, ballesterer fm)
11:00 Uhr – Begrüßung
11:15 Uhr – Große Vorstellungsrunde
11:45 Uhr – Input Referate (je ca. 15 min – Rassismus (Kurt Wachter), Sexismus (Nicole Selmer), Homophobie (FfgH e.V)
12:30 Uhr – 30 min Fragerunde/Diskussion
13:00 Uhr – Snackpause
13:30 Uhr – Workshopphase (Aufteilung in drei gleich große Workshopgruppen, ergebnisorientierte Workshopphase zur aktiven Anti-Diskriminierungsarbeit)
14:30 Uhr – Präsentation der Ergebnisse aus der Workshopphase
15:00 Uhr – Come together
16:00 Uhr – Ende